Beckenbodentraining – warum jede Frau das wissen sollte

Der Beckenboden ist ein aus mehreren Schichten bestehendes Muskelgeflecht, das den Bauchraum und die Beckenorgane von unten abschließt. Man kann sich den Beckenboden wie eine Hängematte im Becken vorstellen. Den gesunden Beckenboden sieht und spürt man nicht. Wenn es aber nötig ist, kann man lernen, die Muskeln des Beckenbodens bewusst zu aktivieren und durch ein Training zu stärken – ähnlich wie die Muskeln an Armen und Beinen. Dieser Artikel befasst sich mit dem Beckenbodentraining: wichtig für Frauen und Mütter.

Relevanz für Mütter

Der Beckenboden wird immer dann belastet, wenn zusätzliches bzw. viel Gewicht auf ihm lagert. In einer Schwangerschaft kommen in relativ kurzer Zeit einige Pfunde hinzu, noch dazu liegt das Baby unmittelbar auf dem Beckenboden auf, die hormonelle Veränderung in der Schwangerschaft tut ihr Übriges, um die Muskulatur weich und locker werden zu lassen. Bei einer vaginalen Entbindung wird die Muskulatur des Beckenbodens maximal gedehnt, manchmal leider auch mit Geburtsverletzungen wie Damm- oder Scheidenrissen als Begleiterscheinung. Nicht selten können Senkungsbeschwerden, ein Instabilitätsgefühl, unwillkürlicher Harn- oder Stuhlverlust, Rücken- und Beckenschmerzen, mangelndes Empfinden und Schmerzen beim Sex die Folgen eines nicht richtig arbeitenden Beckenbodens sein. Mit Beckenbodentraining kann man dem super entgegenwirken bzw. auch vorbeugend etwas für die fitte Körpermitte tun.

Relevanz für Frauen ohne Kinder

Früher oder später ereilen jede Frau die Wechseljahre. Bei rund der Hälfte der Frauen kommt es zu einer leichten Schwächung des Beckenbodens. Etwa jede zweite Frau mit leichter Beckenbodensenkung (Grad 1 oder 2) hat zusätzlich eine Blasenschwäche (Quelle: https://www.gesundheitsinformation.de/scheidensenkung-und-gebaermuttersenkung.html).

 Die Stärkung des Beckenbodens durch gezieltes Beckenbodentraining ist ein effektiver Weg, einer drohenden Blasenschwäche in den Wechseljahren entgegenzuwirken. Die Muskulatur in diesem Bereich ist nicht selten schon vor Beginn der Menopause geschwächt. Indem die Muskulatur aber präventiv gezielt gestärkt wird, kann Frau dieser Entwicklung entgegenwirken. Auch Übergewicht kann einen einen negativen Einfluss auf den Beckenboden haben. Vergleichbar mit der Schwangerschaft, in der temporär mehr Gewicht auf ihm lastet, ist der Beckenboden auch bei übergewichtigen Menschen stärkeren Belastungen ausgesetzt. Oft verschwinden mit einer Gewichtsreduktion auch Beschwerden wie Blasenschwäche und Rückenschmerzen. Beides ist eng mit dem Beckenboden verbunden. Auch Sportlerinnen profitieren in nahezu allen Sportarten von einem gut funktionierenden Beckenboden.

Beckenboden trainieren

Ein gutes Beckenbodentraining umfasst Wahrnehmung, Spannungs- und Entspannungsübungen. Auf dieser Seite gibt es drei Einsteiger-Videos in Mitmachgeschwindigkeit: https://beckenboden-easy.de/3-uebungen/. Wer sich dann immer noch unsicher ist, kann Beckenboden-Übungen auch mithilfe einer Beckenbodentrainer:in, im Rahmen einer Physiotherapie erlernen. Qualifizierte Beckenboden-Therapeuten sind hier aufgelistet: https://www.ag-ggup.de/therapeutenliste/therapeutenliste-beckenboden/

Für Frauen, die bereits wissen, dass und wie sie ihre Beckenbodenmuskulatur anspannen können, ist ein Online-Beckenbodenkurs eine super Ergänzung oder auch ein Ersatz zu den vor-Ort-Terminen. Die Trainierenden praktizieren das Beckenbodentraining zuhause und sind glücklich, ein angeleitetes Heimprogramm mit Videos, Meditationen, isolierten und kombinierten sowie funktionellen Übungen zu haben. Gerade beim Thema körperliches Training ist Geduld und Ausdauer gefragt. Es ist in der Regel ein Prozess, der viele Monate in Anspruch nimmt und natürlich auch nur funktioniert, wenn die Betroffenen auch zu Hause aktiv bleiben.

Quelle: Gastbeitrag vom Team Beckenboden Easy

 

 

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