Chance oder Gefahr: Die Digitalisierung in der Fitnessbranche

Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich die Digitalisierung in Deutschland deutlich weiterentwickelt. Das macht sich beispielsweise dadurch bemerkbar, dass immer mehr Menschen nun regelmäßig im Homeoffice tätig sind. Zusätzlich ist die Digitalisierung auch in anderen Lebensbereichen angekommen: Neben dem Gesundheitswesen erlebt sie auch in der Fitnessbranche einen deutlichen Aufschwung. Für klassische Fitnessanbieter könnte das eine Gefahr, für innovative Start-ups aber eine Chance darstellen.

Die Fitnessbranche im Wandel

Schon seit einigen Jahren befindet sich die Fitnessbranche im Wandel. Waren elektronische und digitale Fitness-Helfer früher eher eine Seltenheit, sind sie heute nichts Außergewöhnliches mehr. Vielmehr werden Schrittzähler, Fitnesstracker oder Fitness-Apps gewissermaßen von jedermann genutzt. In gewisser Weise hat die Digitalisierung also auch in der Fitnessbranche bereits Einzug gehalten.

Allerdings hat sich neben der Nutzung digitaler Helfer und einer veränderten Einstellung vieler Menschen zu den Themen Ernährung und gesünder Abnehmen noch mehr im Fitnessbereich verändert: Auch die Art und Weise des Fitnesstrainings selbst erlebt einen Wandel. Das bedeutet: Nicht nur digitale Helfer und die Ernährung müssen individuell und flexibel sein. Vielmehr erwarten Nutzer jetzt auch Fitnessangebote und -lösungen, die passgenau und individualisierbar sind.

Fitnessstudios werden digitaler

Gerade in Fitnessstudios macht sich der digitale Wandel in der Fitnessbranche besonders deutlich bemerkbar: Notizen und Trainingspläne auf Papier sind hier heute nicht mehr gefragt. Vielmehr werden geplante Workouts sowie die individuellen Trainingsfortschritte digital dokumentiert. So lassen sich Erfolge und Bedürfnisse leicht einsehen und gemeinsam mit dem Trainer analysieren. Gerade für Start-ups, die entsprechende Apps für das Smartphone oder ähnliche Anwendungen anbieten, stellt die Digitalisierung der Fitnessbranche daher eine große Chance dar.

Große Nachfrage nach Online-Trainingsangeboten

Die Digitalisierung hält in Form von elektronischen Trainingsplänen, Trainingsaufzeichnungen und der digitalen Auswertung persönlicher Fortschritte am Tablet in den Fitnessstudios Einzug. Zusätzlich dazu beeinflusst sie das Wie des Fitnesstrainings aber noch auf eine andere Weise – und kann so für klassische Fitnessanbieter zur Herausforderung werden:

Immer mehr Menschen interessieren sich – statt für eine klassische Mitgliedschaft im Fitnessstudio – für digitale Sport-Alternativen. Schließlich möchten sie ihren Pilateskurs oder das HIIT-Workout dann durchführen, wenn es ihnen am besten passt, und auch örtlich flexibel sein. Um Sport und Flexibilität vereinbaren zu können, entscheiden sich immer mehr Menschen daher für digital begleitete Home-Workouts. Diese Angebote sind dabei auch für die vielen Millionen übergewichtige Erwachsene in Deutschland, die sich in einem Fitnessstudio eher unwohl fühlen, besonders interessant.

Für Unternehmer:innen, die digitale Angebote rund um Sport und Ernährung bereithalten, stellt diese Entwicklung eine echte Chance dar. Klassische Fitnessstudios hingegen müssen aufrüsten, um mit der neuen und digitalen Konkurrenz mithalten zu können. Insbesondere ist anzunehmen, dass sie zukünftig nur dann bestehen können, wenn sie auf eine Mischung aus klassischem und digitalem Training setzen. Das kann etwa bedeuten: Zusätzlich zum klassischen Vor-Ort-Training wird heute erwartet, dass eine Studiomitgliedschaft Zugang zu digitalen Trainingsangeboten für zu Hause oder einer digitalen Ernährungsplattform bietet. Ist das nicht der Fall, ziehen viele Nutzende rein digitale Angebote bereits jetzt häufig vor.

Ganzheitliche Angebote gewinnen in einer digitalen Welt an Bedeutung

Viele Menschen nehmen eine digitale Welt nicht lediglich als Bereicherung wahr. Vielmehr werden ständig verfügbare News, das Arbeiten von zu Hause aus und eine Vielzahl medialer Angebote teilweise auch als Belastung empfunden. Auch das hat Auswirkungen auf die Fitnessbranche.

Neben einer veränderten Erwartung an die Verfügbarkeit von Fitnessangeboten, hat sich auch die Herangehensweise an die Themen Gesundheit und Fitness insgesamt verändert. Vielen Nutzer:innen reicht „einfaches“ Gewichte stemmen daher nicht mehr aus – sie wünschen sich ein ganzheitliches Gesundheits- und Fitnessangebot, das ihnen dabei hilft, die Belastungen des Alltags umfassender auszugleichen.

Das bedeutet insbesondere: Neben der physischen Gesundheit gehören für viele heute auch psychische Gesundheit und Resilienz zu einem ganzheitlichen Fitnessangebot. Nutzende bevorzugen daher Pakete, die neben klassischen Fitness- auch Meditations- oder Wellness-Angebote beinhalten. Auf diese Weise soll neben der körperlichen auch die psychische Gesundheit genügend Beachtung finden.

Die Digitalisierung in der Fitnessbranche – Chance und Gefahr zugleich

Die Digitalisierung in der Fitnessbranche beeinflusst zum einen die Weise, wie Menschen ihr Training gestalten und dokumentieren. Für den Nutzer bringt das den Vorteil, dass sich Trainingserfolge – etwa durch Apps und Tracker – leichter analysieren und steigern lassen. Anbieter entsprechender Anwendungen profitieren von einer gesteigerten Nachfrage. Klassische Fitnessstudioanbieter hingegen stehen vor der Herausforderung, zukünftig vermehrt digitale Trainings-Tools für ihre Mitglieder bereithalten zu müssen, um mit der Konkurrenz mithalten zu können.

Neben der Trainingsgestaltung verändert sich aufgrund der Digitalisierung außerdem der Trainingsanspruch bei vielen Nutzern nachhaltig. Das bedeutet: Statt einseitiger Fitnessangebote sind heute ganzheitliche Programme, die neben der körperlichen auch der mentalen Gesundheit dienen, gefragt. Anbieter solcher Programme profitieren zweifelsohne von der Digitalisierung – eindimensionale Angebote hingegen haben es schwerer, sich durchzusetzen.

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