Schnittstelle hilft Apps dabei, Wearables einfacher, schneller und datenschutzkonform zu integrieren

Der Gesundheitsmarkt ist immer noch eine der am wenigsten digitalisierten Branchen. So ist es kein Wunder, dass weltweit Startups aus dem Boden sprießen. Die zunehmende Verbreitung von Smartphones, Smartwatches sowie Fitnesstrackern treibt den Boom an Health Apps zusätzlich voran – mit großen Vorteilen für Patienten und medizinisches Personal. Woran es der Health Tech Szene aber bislang mangelte, waren verlässliche Daten und der einfache und sichere Zugang zu diesen. Das Startup Thryve möchte zur einheitlichen Schnittstelle einer ganzen Branche aufsteigen.

Von der eigenen Gesundheitsvorsorge-App zur API für das gesamte Ökosystem

Ursprünglich hatten die Gründer F. Lämmel und P. Burggraf vor, selber eine Health App zu gründen. Sie legten 2013 den Grundstein für ein gemeinsames Unternehmen – vor dem Hintergrund, den zunehmend schlechten Gesundheitszustand der eigenen Großeltern besser zu im Blick zu behalten. Schnell entstand – damals unter den Namen &gesund – die Idee zu einer App und Smartwatch für die familiäre Gesundheitsvorsorge. Diese sollte schrittweise Einzug in die deutschen Haushalte finden. Für ihren Ansatz erhielten die beiden Gründer Rückendeckung: Sie zogen ins Fraunhofer Institut ein, lernten CTO und Mitgründer John Trimpop kennen und bekamen eine Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Aufbauend auf ihrer ersten Idee und aufgrund der Veränderungen des Marktes erkannten die drei Gründer schnell, woran es der Branche fehlt: Einer sicheren einheitlichen Schnittstelle (API) für Wearable-Daten, die allen Playern im Markt Zugang zu objektiven Gesundheitsdaten ermöglicht, um gemeinsam ein besseres Ökosystem aufzubauen: Aus dem Fraunhofer Know-how zur Einbindung von Wearables wurde Thryve geboren.

Schnittstelle spart Entwicklern Zeit, Kosten und Unsicherheit

Ob Nutzer einer App treu bleiben, hängt davon ab, ob diese ihnen einen umfassenden, verständlichen und hilfreichen Überblick über ihre Gesundheit gibt. Daher kann heutzutage keine App darauf verzichten, möglichst viele Datenquellen einzubinden, um ein genaues Bild für Patient und Mediziner zu zeichnen. Die Integration verschiedener Datenquellen von Smartwatches bis hin zu Fitnesstrackern gestaltet sich für Entwickler langwierig und kompliziert. Nicht selten vergeht mehr als ein halbes Jahr, bis die gängigen Gerätetypen eingebunden werden. Mit der Schnittstelle von Thryve kann dieser Aufwand nun extrem reduziert werden: In einer Stunde erhalten Apps Zugang zu den benötigten Messwerten. Zudem hilft sie ihnen, sich an gesetzliche Rahmenbedingungen zu halten: Sie bietet Sicherheit auf dem neuesten Stand der Technik, entspricht den DSGVO Datenschutzrichtlinien mit Servern in Deutschland. Zudem müssen sich Techteams durch die Nutzung nicht mit eventuellen Änderungen bei Schnittstellen von Wearables herumärgern. Sie erhalten automatisch die nötigen Updates und sind gut auf neue Gerätetypen vorbereitet. Für Health Apps bedeutet das Andocken an diese API eine deutliche Reduktion von Kosten und Zeitaufwand – im Vergleich zu Eigenlösungen.

Selbstständiges Erkennen von Mustern in Daten

Grundsätzlich können Health App Betreiber verschiedene Smartwatch- und Fitnesstrackerdaten aus den Bereichen Aktivität, Schlaf und Herzfrequenz auswerten. Dies klingt zunächst simpel, doch die Nähe zur Forschung und Wissenschaft erlaubt es, diese Informationen auf ein nächstes Level zu heben. Mittels AI-Algorithmen, die auf Daten aus Pilotstudien mit Partnern wie der Charité optimiert wurden, zeichnen wir ein deutlich umfassenderes Gesundheitsbild. So erkennt Thryve zum Beispiel wesentliche Veränderungen des Schlafverhaltens automatisch. Die erkannten Muster können Anbieter digitaler Gesundheitslösungen direkt in ihre Versorgungslösungen einbinden.

Starke Partner auf dem Weg nach oben

Dr. Matthias Unbescheiden, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer IGD erklärt: „Health-Apps und Wearables sind alltägliche Begleiter geworden. Dieser Markt hat enormes Wachstumspotenzial für die Gesundheitsversorgung. Um dieses jedoch auszuschöpfen bedarf es einer Standardisierung im Umgang mit Daten. Thryve wird diese Lücke erfolgreich schließen. Neben dem Marktpotenzial überzeugt uns dabei ein Team mit Wissenschaft und Startup Spirit.”

Prof. Dr. med. Bernd Wolfarth von der Abteilung Sportmedizin der Charité Berlin ergänzt: „In Zukunft wird der Einsatz von Wearables in allen Bereich der Gesundheitsversorgung selbstverständlich sein. Wir freuen uns, gemeinsam mit Thryve in Kürze eine exemplarische Studie zur verbesserten Versorgung von Krebspatienten auf den Weg zu bringen. Dank der zukunftsweisenden Infrastruktur und trotz der Vielzahl der anzubindenden Wearables, hoffen wir, zeitnah starten zu können. Wearables liefern bereits jetzt wertvolle Daten für eine bessere Gesundheitsversorgung vieler Erkrankungen. Als Sportmedizin untersuchen wir, in wie weit in Bezug auf die körperliche Leistungsfähigkeit eine verbesserte Versorgung von Krebspatienten möglich ist. Dabei setzen wir darauf, dass das visionäre System unsere Versorgungsstudie entscheidend unterstützt und auf dieser Basis ein zukünftig auch in der Breite nutzbares System etabliert werden kann.“

Foto Team Thryve, Quelle: ©mHealth Pioneers GmbH

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