News von EIT-Health: Symposium mit Startups und Award-Gewinner

Im Oktober brachte EIT Health Germany mehr als 75 Vertreter von Forschungsinstituten, Universitäten, Regierung und Gesundheits-Unternehmen sowie Startups zum zweiten deutschen Jahres-Symposium zusammen. Der erste Tag fand bei AbbVie Deutschland in Ludwigshafen, der zweite Tag bei Roche Diagnostics GmbH in Mannheim statt.

Schwerpunkte waren„Daten, digitale Gesundheit und Konnektivität“ und„Wertschöpfung im Gesundheitsbereich durch verbundene Partner und Dienstleistungen“. Der Umgang mit Daten und digitaler Gesundheit bringt verschiedene Herausforderungen und Möglichkeiten mit sich und beinhaltet auch viel Vertrauen, Verantwortung und gegenseitiges Verständnis. Durch die Nutzung der unterschiedlichen Ressourcen dieses starken Netzwerks bringen die Mitglieder der EIT Health Gemeinschaft Unternehmertum und Innovation voran. Während interaktiver Diskussionsrunden im Zuge der Vorträge für den internationalen EIT Health Workshop „Real World Data in Healthcare“ hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Themen Daten-Analyse, Datenschutz und harmonisierte ethische Anforderungen zu besprechen. Ein Höhepunkt des ersten Tages des Symposiums war der Vortrag von  Manuel Irun Molina, KIC Officer von EIT Health des Europäischen Institutes für Innovation und Technologie (EIT), der die Perspektive des EIT zum Thema Konnektivität erklärte und aufzeigte wie die EIT Health Gemeinschaft Bildung, Innovation und unternehmerische Exzellenz verbindet.

Der zweite Tag war von einem hohen Maß an unternehmerischem Geist gekennzeichnet, da 18 Startups ihre innovativen Gesundheitslösungen vorstellten und ihre Geschäftsideen mit anderen Teilnehmern während der Matchmaking-Sessions vertiefen konnten. Ihre Lösungen stellten klinische Studien, Onkologie, medizinisches Bild-Management oder Gesundheit am Arbeitsplatz vor. Ein Höhepunkt des zweiten Tages war die beeindruckende Rede von Horst Krämer, Programme Officer von dg connect der Europäischen Kommission, er sprach u.a. über die Generelle Datenschutz-Verordnung der EU und die öffentliche Konsultation zum Wandel in Gesundheitswesen und Pflege im digitalen Binnenmarkt. Vertreter des EIT Health HQ standen beratend zur Seite, während ausgewählte deutsche Partner ihre innovativen Projektlösungen in kurzen Pitches und mit Postern während des Interaktiven Marketplace vorstellten.

Insgesamt zeigte die Veranstaltung, welches Umfeld EIT Health anbietet, um das Unternehmertum und Innovation anzuregen. „Diese Veranstaltungen bieten die perfekte Plattform, um mit anderen Organisationen in Verbindung zu treten und um sinnvolle Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich ins Leben zu rufen“, hob Prof. Dr. Thomas Rausch, EIT Health Vertreter der Universität Heidelberg und Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der German EIT Health GmbH, in seiner Abschlussrede hervor.

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Viele Awards …

Carsten Mahrenholz ist Mitbegründer und CEO der Coldplasmatech GmbH, dem Unternehmen hinter dem innovativen „Plasma Patch“ – einem Star Trek-ähnlichen Gerät, das mit kaltem Plasma multiresistente Bakterien tötet und chronische Wunden behandelt. Carstens Ziel ist es, den nächsten Schritt in der modernen Medizin voranzutreiben, indem er „ein Problem bekämpft, das uns ins Mittelalter zurückführen könnte: die Antibiotikaresistenz. Dieser Award ist uns bei sehr wichtig, denn er wird uns auf unserer Reise helfen, den Patienten zu erreichen. Es beweist, dass das Produkt mit den Menschen spricht und das wollen wir – diese Technologie zu den Menschen bringen“, so Carsten Mahrenholz.

„Die EIT Awards fördern die herausragenden Leistungen europäischer Unternehmer, die Lösungen für die heutigen großen Herausforderungen bieten und die Zukunft Europas erschaffen. Die diesjährigen Gewinner und Nominierten sind beeindruckende Vertreter des Wandels. Ihre Vision, Mut und Ideenreichtum sind eine Inspiration für Unternehmer und Studenten überall“, so Martin Kern, EIT Interim Direktor.

Ein weiterer Award ging an Florence Gschwend (Schweiz), Mitgründerin und Betriebsleiterin von Chrysalix Technologies, für den
BioFlex-Prozess, der es ermöglicht, kontaminiertes Altholz aus Bau und Abbruch in kostengünstige Brennstoffe, Werkstoffe und Chemikalien umzuwandeln, ein Beitrag für ein saubereres Morgen für uns alle.

„Unternehmerin zu sein ist mir niemals in den Sinn gekommen, bevor ich die Veranstaltungen und Programme von EIT Climate-KIC kennen lernte. Sie halfen mir, den Unternehmer in mir hervorzubringen und diese Auszeichnung ist jetzt ein wichtiger Schritt bei der Verfolgung meines Ziels, die BioFlex-Technologie in der realen Welt umzusetzen. In 10 Jahren möchte ich jedes Jahr eine Million Tonnen Altholz umwandeln”, so Florence Gschwend.

Martin Steinberg (Schweden), Projektleiter im Karolinska Institute für den Stockholm3 Test (STHLM3), erhielt einen Award für den innovativen Krebs-Erkennungs-Bluttest. Der Test erkennt das Risiko von aggressivem Prostatakrebs durch die Kombination von fünf Proteinmarkern, mehr als 100 genetischen Markern, klinischen Daten und einem proprietären Algorithmus. Entwickelt mit der Unterstützung von EIT Health. Dieser nicht-invasive Bluttest reduziert die Anzahl unnötiger Biopsien um 50% im Vergleich zur derzeitigen klinischen Praxis.

„Alle Mitglieder des STHLM3 Teams hoffen, dass unsere Arbeit sich signifikant positiv auf die Gesellschaft auswirken wird, indem der individuelle Schaden durch Überdiagnose, Mortalität und allgemeine Gesundheitskosten reduziert wird. Am wichtigsten ist, dass aggressive Krebserkrankungen bei mehr Männern früh erkannt werden, was ihnen eine größere Überlebenschance bietet. EIT Health war ein Katalysator für dieses Projekt und für die enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Industrie und Gesundheitsdienstleistern, die wir für Tests, Validierung und Marktzugang benötigten”, so Martin Steinberg.

Noch einen Preis erhielt Hans Constandt (Belgien), Gründer und CEO bei Ontoforce, für Disqover, ein innovatives Such-Tool, mit dem medizinische Daten schneller, intelligenter und einfacher zur Heilung von Patienten gefunden werden können. Das System aggregiert Daten aus einer unbegrenzten Anzahl von öffentlichen, dritten und privaten Quellen. Diese fortschrittliche Suchtechnologie wird von EIT Health unterstützt und wirkt sich global auf die schnellere Markteinführung von Medikamenten aus.

„Wir werden zum Weltmarktführer bei der semantischen Suche und die EIT-Community hat in vielerlei Hinsicht zu diesem Erfolg beigetragen. Viele ihrer Experten haben uns beraten und uns geholfen, unseren Pitch zu optimieren, Kunden und Partner zu treffen, unsere Materialien zu überprüfen, Go-to-Market-Strategien zu entwickeln und vieles mehr. Ich nehme diese Auszeichnung im Namen eines äußerst intelligenten und motivierten Teams an, das glaubt, dass wir Patienten durch Demokratisierung von Big Data heilen können”, so Hans Constandt.

Die Gewinner wurden von einer internationalen Jury aus 20 Nominierungen ausgewählt. Jeder Finalist treibt die europäische Innovation durch bahnbrechende Produkte, Dienstleistungen und Prozesse voran.  Die diesjährige Liste der Nominierten zeichnete sich durch einen hohen Anteil von Unternehmerinnen aus (8 Finalistinnen, ein Anstieg um 22% im Vergleich zum Vorjahr) und die hohe Anzahl an Nominierten, im Zusammenhang mit Produkten oder Dienstleistungen zum Klimawandel (35%) und digitalen Technologien (22%).

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EIT – Europas größte Innovationsgemeinschaft

Das EIT ist ein unabhängiges Gremium der EU zur Förderung von Innovation und Unternehmergeist in ganz Europa. Die EIT-Community vereint führende Unternehmen, Universitäten und Forschungslabore zu dynamischen grenzüberschreitenden Partnerschaften – Innovationsgemeinschaften – die innovativen Produkte und Dienstleistungen entwickeln, neue Unternehmen gründen und eine neue Generation von Unternehmern ausbilden. Wir sind aktiv in den Bereichen Klima (EIT Climate-KIC), Digitalisierung (EIT Digital), Energie (EIT InnoEnergy), Gesundheit (EIT Health), Rohstoffe (EIT RawMaterials) und Lebensmittel (EIT Food). Im kommenden Jahr werden zwei neue Innovationsgemeinschaften dazukommen, in den Bereichen der urbanen Mobilität und  Mehrwert-Herstellung.

Quelle: EIT-Health

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