Medizinische Fakultät integriert verpflichtendes Digitalisierungs-Curriculum ins Medizinstudium

Apps, 3-D-Druck, Robotik oder Virtual und Augmented Reality: All diese technischen Entwicklungen machen auch vor der Medizin nicht Halt. Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat daher diese digitalen Inhalte fest in das Curriculum des Medizinstudiums verankert.

Die digitale Kompetenz dient auch dazu, sinnvolle und die Patientenversorgung verbessernde Angebote von gefährdenden Angeboten zu unterscheiden und Patient:innen dahingehend beraten zu können, so Christiane Ludwig, ärztliche Koordinatorin im SkillsLab des Dorothea Erxleben Lernzentrums der Medizinischen Fakultät.

Die Studierenden absolvieren vier Stationen, die sich mit 3-D-Druck, Robotik, VR und AR sowie digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) befassen. Die Inhalte werden dabei nicht nur theoretisch vermittelt, sondern vor allem auch praktisch. „Zum Beispiel werden einfache Programme für unseren kleinen Roboter ‚Nao‘ geschrieben oder aus einer Computertomographischen Aufnahme eine 3-D-druckfähige Datei erstellt“, erläutert Ludwig. Das Dorothea Erxleben Lernzentrum kann dabei auf langjährige praktische Erfahrung sowie Forschungsaktivitäten in diesen Themen zurückgreifen und hat daraus das Curriculum erstellt. Die Lehrinhalte werden an das 5. Semester vermittelt und die Rückmeldungen der Studierenden sind bislang sehr positiv.

Auch in der Privatuniversität Witten/Herdecke ist die Digitalisierung schon seit einiger Zeit (2018/2019) ein wichtiges Thema:

Die Herausforderungen der allgemeinen Herangehensweise im Kontext des Digitalen Wandels sind Ärzte als menschliche Schnittstelle zwischen Software/Maschine und Patienten – dafür benötigen sie neben anderen auch Fertigkeiten zum Umgang mit der Digitalisierung.

Im fakultätsübergreifenden „Studium fundamentale“ findet eine Digitalisierungs-Ausbildung statt: Hier gibt es ein reichhaltiges Kursangebot zur Digitalisierung, das zehn Prozent des Curriculums ausmacht. Die Digitalisierung findet auch methodisch Einsatz – durch Virtual Reality. Die Universität hat inzwischen einen Ausbildungs-Think-Tank – eine Gruppe aus Internen und Externen die Entwicklungen im Bereich Digitalisierung und Gesundheit.
Einen verpflichtenden Digitalisierungsteil gibt es im longitudinalen Kurs „Wissenschaftliches Arbeiten (2 SWS über 4 Semester). Daneben gibt es einen Wahltrack Digital Health (8 Wochen Vollzeit). Insgesamt setzen sich mehrere Lehrstühle und Professuren mit digitaler Medizin aus unterschiedlichen Perspektiven auseinander, so Prof. Jan Ehlers, Vizepräsident der Wittener Universität.

 

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