Erste Adipositas-Therapie per App: Vierte DiGA wurde zugelassen

Das digitale Programm zanadio zur Behandlung von Adipositas ist als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen worden. Basierend auf etablierten Prinzipien der konservativen Adipositas-Therapie unterstützt es die leitliniengerechte und multimodale Behandlung per App.

Angelehnt an die Leitlinien klassischer Adipositas-Behandlung liegt der Fokus auf der Veränderung des gesundheitsrelevanten Verhaltens von Menschen in den Bereichen Ernährung, Bewegung und Verhalten. Die Verhaltensänderung soll eine Verringerung der Kalorienzufuhr und eine Steigerung des Kalorienbedarfs durch Bewegung erzielen. Dabei kommen verschiedene verhaltenswissenschaftliche Methoden, wie die Selbstbeobachtung oder Ressourcenaktivierung, zur Anwendung.

In E-Learning-Modulen erhalten die Nutzenden zunächst das erforderliche Wissen für die Behandlung. Durch ein integriertes Bewegungs- und Ernährungstracking lernen sie, ihr gesundheitsrelevantes Verhalten verstärkt wahrzunehmen und können Erfolge direkt einsehen. Auf Basis des individuellen Fortschritts im Programm werden persönliche Zwischenziele oder Hinweise ausgegeben. Die Adhärenz wird durch  einen automatisierten Coach-Chat gestärkt. Zusätzlich können Anwender ein persönliches Coaching bei Experten beispielsweise aus den Bereichen Diätassistenz, Psychologie oder Sportwissenschaft wahrnehmen.

Michael Wirtz, Vorstandsmitglied der Adipositas-Hilfe Deutschland e. V.: “Bisherige Adipositas-Therapien beginnen dann, wenn es eigentlich schon zu spät ist, beispielsweise wenn Folgeerkrankungen auftreten. Nur ein personalisierter und multimodaler Ansatz wird der individuellen Situation der Betroffenen gerecht und kann eine bedarfsgerechte Adipositas-Versorgung gewährleisten. Denn jede Erkrankung ist anders. Die digitale Umsetzung per App macht es den Patientinnen und Patienten leichter, das Programm auszuprobieren. Denn das Stigma, das Menschen mit Adipositas tragen, ist in unserer Gesellschaft und auch in medizinischen Fachkreisen leider immer noch groß. Ein digitales Programm kann hier eine wertvolle Brücke schlagen.”

Quelle: Aidhere

 

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