Die Chancen der Telemedizin während Covid-19

Viele medizinische Untersuchungen sind mit langen Wartezeiten für den Arzttermin sowie Wartezeiten in der Praxis vor Ort verbunden. Dies betrifft insbesondere Vorsorgeuntersuchungen und Erkrankungen, bei denen ein hoher persönlicher Druck für den Patienten, aber keine Notfallsituation, vorliegt.

In den letzten Jahren haben sich vermehrt telemedizinische Behandlungsmöglichkeiten etabliert, die jedoch erst jetzt, während der Corona-Pandemie – häufig gezwungenermaßen – in Anspruch genommen werden. Telemedizin kennzeichnet eine medizinische Diagnose und Therapie, bei der eine räumliche bzw. zeitliche Distanz zwischen Patient und medizinischen Leistungserbringer (Arzt, Apotheker, Therapeut) besteht. Telemedizinische Leistungen können in allen medizinischen Fachbereichen verwendet werden.

Videosprechstunden

Die bislang bekannteste telemedizinische Behandlung ist die telefonische Beratung, seit einigen Jahren neu hinzugekommen sind Video-Sprechstunden und Bild-Text Verfahren. Bei der Video-Sprechstunde sind der Behandelte und der Behandler räumlich getrennt, können sich jedoch unmittelbar vor dem Bildschirm zeitgleich sehen. Besonders hilfreich ist dies für immobile Patienten oder Erkrankte, die einen weiten Anreiseweg haben und dennoch die persönliche Kommunikation mit dem Arzt benötigen.
Videosprechstunden werden von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) seit dem 01. Oktober 2019 mit EUR 9,95 pro Online-Visite vergütet; bis zu 50 Online-Visiten pro Quartal können von einer Praxis in Rechnung gestellt werden. In der aktuellen Situation ist die Begrenzung für zwei Quartale aufgehoben.

Bild-Text-Verfahren

Neben der Videokommunikation gibt es noch das Bild-Text Verfahren. Dabei kommuniziert der Patient mittels Bildern und einem kurzen Text oder durch Beantwortung eines Fragebogens zeitlich und räumlich getrennt mit dem Arzt. Dadurch kann der Hautarzt zeitlich versetzt eine Diagnose stellen und die entsprechende Therapie empfehlen. Dieses Verfahren, das auch Dermanostic nutzt, findet insbesondere in der dermatologischen Behandlung einen großen Zuspruch, da Hauterkrankungen visuell gut diagnostiziert werden können. Bereits 2009 konnte in einer schwedischen Studie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19948711 / PDF liegt vor) gezeigt werden, dass eine persönliche Arztkonsultation oder teledermatologische Behandlung (mittels Bild-Text-Verfahren) sehr ähnliche Ergebnisse in Diagnose, Therapie und Patientenzufriedenheit liefert.

„Zwei von drei Smartphone-Besitzern nutzen Gesundheit-Apps“, verkündigte Bitkom Research 2019 während einer Marktforschung für die Informations- und Telekommunikations-Branche (PDF zu finden unter: 190508_bitkom-pressekonferenz_e-health_prasentation in Folie 4). Die Nachfrage und Nutzung digitaler medizinischer Leistungen war bereits vor der Corona-Krise messbar. Die neuen Wege der Telemedizin erfahren nun neuen Aufschwung und werden sich sicherlich auch nach der Krise als optionale Behandlungsmöglichkeiten etablieren.

Quelle: Dr. Alice Martin

 

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