Apps zum Erlernen des Medizinwissens

Wie wäre es, wenn angehende Mediziner sich praxisnahes Wissen spielerisch aneignen könnten statt aus trockenen Medizinbüchern? Natürlich existieren dafür schon einige Fallbücher. Allerdings ist die Anzahl der klinischen Fälle in einem einzelnen Buch beschränkt und im digitalen Zeitalter sollte Lernen doch auf fortschrittlichere Art und Weise möglich sein.

Neben medizinischen Bücher haben unterschiedliche Unternehmen moderne digitale Lehrmittel erstellt.

Amboss“ aus Deutschland (Anmerkung: früherer Name Miamed) ist bereits seit einigen Jahren auf dem Markt und bietet unter anderem Zugang zum Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP). Das Institut enthält Fragen vergangener Jahre, die Studenten gegen eine monatliche Gebühr für das Examen vorbereiten. Aufgeteilt sind diese nach Vorklinik und Physikum, Klinik und Examen sowie Reform- und Modellstudium für das fächerübergreifende Lernen.
Daneben wurde kürzlich die kostenlose App „Mind“ des Schweizer Startups „Sublimd“ lanciert. In dieser App werden klinische Fallvignetten präsentiert, wobei jeweils aus fünf Diagnosen die Wahrscheinlichste ausgewählt werden soll. So soll das differenzialdiagnostische Denken gefördert werden.

Bei den beiden genannten Startups werden jeweils die korrekten bzw. nicht zutreffenden Antworten erklärt. Anders als bei Amboss denkt sich die Fallbeispiele von Mind keine medizinisch versierte Person aus, sondern diese erzeugt ein maschineller Algorithmus und wandelt sie in Berichtsform um. Dabei dient der Medical Knowledge Graph, eine Wissensdatenbank mit ca. 30.000 Datenpunkten und vielen Verknüpfungen, als medizinische Grundlage. Die Fallvignetten in Mind unterscheiden sich wesentlich von den bis dahin bekannten medizinischen Prüfungsfragen, in denen Krankheitsbilder oft exemplarisch präsentiert werden. Sie fokussieren stark auf den klinischen Arbeitsalltag, in dem sich Patienten mit einem
Leitsymptom und gegebenenfalls weiteren Begleitbeschwerden vorstellen. Genau wie in der realen Welt sind die Fälle nicht so eindeutig wie im Lehrbuch. Bei der Lösungsfindung spielen Wahrscheinlichkeiten eine zentrale Rolle, da aus unvollständigen Informationen eine Entscheidung getroffen werden muss. Neben der Häufigkeit einer Diagnose (Inzidenz) müssen auch demographische Daten wie Alter und Geschlecht, bekannte Diagnosen sowie Risikofaktoren (Tabakrauchkonsum, Reisen in tropische Regionen usw.) bei der Diagnosefindung berücksichtigt werden.

“Mind ist ein modernes Lehrmittel, das angehenden Ärzten den Start in den klinischen Alltag erleichtern soll“, sagt Dr. med. Eric Kuhn, Head of Medical Affairs von Sublimd.  Hier kann man sein Wissen testen: https://sublimd.com/de/mind/

Gastbeitrag von Thomas Kaul aus Zürich

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