Mit dem im Koalitionsvertrag angekündigten Primärversorgungssystem möchte die Bundesregierung die ambulante Versorgung grundlegend reformieren. Damit folgt Deutschland dem erfolgreichen Beispiel vieler anderer europäischer Länder wie Italien, England oder Dänemark, in denen sich Primärversorgungssysteme seit vielen Jahren bewährt haben.
Ziel des geplanten Primärversorgungssystems ist, dass Hausärzt:innen den Zugang zu Fachärzt:innen steuern, ergänzt durch eine digitale Ersteinschätzung und eine Termingarantie. Allerdings steht die hausärztliche Versorgung selbst unter Druck. Es fehlt an hausärztlichem Nachwuchs und viele Patient:innen sind schon heute nicht mehr an eine Hausarztpraxis angebunden. Das heißt, mit der Einführung des Primärversorgungssystems besteht das Risiko, dass vielen Menschen der Zugang zur Gesundheitsversorgung zusätzlich erschwert wird.
Im Kontext des geplanten Primärversorgungssystems fordert der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung e.V. (SVDGV), digitale Lösungen systematisch zu integrieren und privatwirtschaftliche Innovationskraft einzubinden. Digitale Lösungen sind dabei kein ergänzendes Angebot, sondern eine Grundvoraussetzung, um das Primärversorgungssystem zu realisieren. Nur so lässt sich das Gesundheitssystem entlasten und die Gesundheitsversorgung für alle effizienter und zugänglicher gestalten. Der schon seit Jahren geforderte Slogan „digital vor ambulant vor stationär“ bleibt hochaktuell. Daher schlägt der SVDGV einen Weg durch das Gesundheitssystem („Patient Journey“) vor, der auf digitalen Lösungen aufbaut, zu finden in diesem Positionspapier.