Neues Konsortium „Digitale Zukunft Krankenhaus“

Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) sieht zur übergeordneten Erfolgskontrolle, aber auch als Grundlage für Investitionsentscheidungen innerhalb der einzelnen Krankenhäuser, eine zeitnahe Erhebung des digitalen Reifegrades aller Kliniken in Deutschland
vor. Das Modell zur Reifegradeinschätzung im Rahmen des Förderprogramms soll im Frühjahr ausgeschrieben werden; einige bestehende bzw. in Anpassung befindliche Modelle (darunter EMRAM, Check IT, Most Wired Survey) kommen in Betracht.

Unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) formiert sich hierzu nun außerdem das Konsortium „Digitale Zukunft Krankenhaus“, das neben ausgewählten akademischen Partnern auch Anwendergruppen,
Nutzergruppen, IT-Entscheiderinnen und Entscheider sowie Patienten- und Herstellervertretungen mit einbezieht.

Entsprechend der Vorgaben des KHZG empfiehlt das neu gegründete Konsortium ein Messinstrument, das die Stärken bestehender Ansätze berücksichtigt und mehr als nur die technologische Verfügbarkeit erfasst. Dazu wird ein Evaluationsinstrument entwickelt, das neben dem Digitalisierungsgrad auch den Effekt auf die Versorgungssituation aufzeigt und die Besonderheiten der deutschen Krankenhauslandschaft berücksichtigt. Weitere Stärken des neuen Reifegradmodells sind die internationale Vergleichbarkeit, die Einbeziehung aller
relevanten Interessengruppen und eine adaptive Ausgestaltung.

Über das Konsortium
Das Konsortium unter Führung der GMDS stützt sich auf drei Kompetenz-Säulen: Wissenschaft, operative Umsetzung und praktische Expertise.
Ziel des Konsortiums ist eine umfassende Erhebung des digitalen Reifegrades deutscher Krankenhäuser unter breiter Beteiligung der Wissensträger des Gesundheitssystems. Hierbei soll ein flexibles Erhebungsmodell zum Einsatz kommen, welches insbesondere den Nutzen der Digitalisierung bei Versorgungsprozessen für die daran beteiligten Gruppen erfasst. Zentral ist dabei eine ganzheitliche-systemische Betrachtung statt eines Fokus auf einzelne technische Lösungen. Die GMDS gründet das Konsortium mit den akademischen Partnern Hochschule Osnabrück, Universität Leipzig, Wilhelm Büchner Hochschule, Fraunhofer ISST sowie mit Praxispartnern.

Prof. Dr. Alfred Winter, Präsident der GMDS und Professor für Medizinische Informatik an der Universität Leipzig: “Mit diesem Konsortium holt die GMDS alle relevanten Stakeholder an einen Tisch. In Struktur und Beteiligung setzen wir auf ein großes Netzwerk etablierter Akteure. Auf der einen Seite sorgen wir durch die beteiligten Hochschulen und Universitäten für eine solide wissenschaftliche Basis des Reifegradmodells. Auf der anderen Seite helfen die Partner aus Industrie und Praxis dabei, zeitnah ein sowohl praxis- als auch prozessorientiertes System der Reifegradmessung „Made in Germany“ zu entwickeln. Dabei verfolgen wir eine möglichst realitätsnahe Datenerfassung in allen von der Digitalisierung betroffenen Bereichen der Krankenhäuser. Wir werden eben nicht nur die IT-Experten und das Management befragen, sondern auch die Anwender, also sowohl die Ärzt:innen, die Pflegenden als auch die Patient:innen.”

”Auch wenn die Ausschreibung noch nicht veröffentlicht wurde, steht für uns jetzt schon fest, dass eine flächendeckende Erhebung zum ersten Mal eine wissenschaftliche Basis für die Digitalisierungsstrategien der Krankenhäuser ermöglicht. Gesundheitsversorgung ist ein ganzheitlicher, kooperativer Prozess, der sich auch nur als solcher erheben lässt. Die Vorteile unseres Erhebungsmodells, das haben wir bereits in der Zusammenarbeit mit dem Marburger Bund gezeigt, liegen zum einen im ganzheitlich-systemischen Blick auf die Versorgungsprozesse sowie in der Einbeziehung aller an ihm beteiligten Personen. Umso mehr freuen wir uns über die ausgewogene Beteiligung im Beirat, der die Expertise aus den Kliniken, den Verbänden, Patientenvertretungen und zentraler europäischer sowie internationaler Akteure abbildet”, ergänzt Prof. Dr. Ursula Hübner, Leitung der Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen an der Hochschule Osnabrück.

Bildquelle: Pixabay – Karolina Grabowska

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