Fünf Jahre nach Einführung der Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) liegt der dritte
DiGA-Report vor: Insgesamt über 1,7 Millionen eingelöste Freischaltcodes zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und konstant zweistellige jährliche Wachstumsraten zeigen, dass immer mehr Menschen in Deutschland auf die Vorteile evidenzbasierter, digitaler Therapien vertrauen.

Dieser Erfolg ist zugleich ein Auftrag, die Rahmenbedingungen für DiGA weiter zu verbessern. Neben einem detaillierten Überblick zur aktuellen Versorgungssituation mit DiGA gibt der Report Impulse, wie die Weiterentwicklung digitaler Therapien in Deutschland und in Europa gelingen kann. Denn angesichts des dringenden Reformbedarfs im deutschen Gesundheitssystem sind
digitale Behandlungsangebote der Schlüssel, um auch in Zukunft eine leistungsfähige
Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Bereits zum dritten Mal analysierte der SVDGV mit seinem DiGA-Report die Entwicklung der
Versorgungssituation und der aktuellen Rahmenbedingungen für DiGA in Deutschland. Zugleich
zieht der jüngste DiGA-Report eine Fünf-Jahres-Bilanz der Versorgung mit DiGA – seit ihrer
Einführung im Oktober 2020 bis zum Stichtag 31. Dezember 2025.

Beeindruckende Kennzahlen einer fünfjährigen Erfolgsgeschichte
Die Ergebnisse des dritten DiGA-Reports bekräftigen, dass sich digitale Therapieoptionen als
dritte Säule im deutschen Gesundheitswesen fest etabliert haben – neben der ambulanten und
stationären Versorgung.

  • Wachsende DiGA-Nutzung: In den fünf Jahren seit Einführung der DiGA im Oktober 2020 bis zum Dezember 2025 haben die gesetzlich Versicherten rund 1,6 Millionen DiGA-Freischaltcodes eingelöst – davon ca. 690 Tausend im Jahr 2025. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des dritten DiGA-Reports werden hochgerechnet über 1,7 Million Mal Patient:innen mit digitalen Therapieoptionen versorgt.
    • Nachhaltiges DiGA-Wachstum: Auch im fünften Jahr wächst die Versorgung mit DiGA mit
      anhaltender Dynamik und einer zweistelligen Wachstumsrate von beachtlichen 64 Prozent
      im Vergleich zum Jahr 2024. Überdies hat sich im Jahr 2025 die Anzahl der eingelösten
      Freischaltcodes gegenüber den vier vorhergehenden Jahren mit insgesamt 861.000 eingelösten Freischaltcodes erneut nahezu verdoppelt.
    • Breites DiGA-Angebot: Im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizin
      produkte (BfArM) waren zum Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 58 DiGA gelistet. Davon waren 48 dauerhaft und nur noch zehn vorläufig im BfArM-Verzeichnis aufgenommen. 34 von 50 zunächst vorläufig aufgenommenen DiGA (knapp 70 Prozent) haben ihr Erprobungsjahr erfolgreich abgeschlossen und eine dauerhafte Listung erreicht.

    „Die beeindruckende Fünf-Jahres-Bilanz unseres dritten DiGA-Reports macht deutlich:
    Digitale Therapien sind gekommen, um zu bleiben. Denn gerade in Zeiten des medizinischen
    Fachkräftemangels und der Überlastung von Versorgungsstrukturen können DiGA als orts-
    und zeitunabhängige sowie evidenzbasierte Therapieoption Versorgungslücken schließen. Sie
    können Patient:innen einen frühzeitigen Zugang zu wirksamen Therapien ermöglichen und die
    Versorgungsmöglichkeiten der Behandler:innen erweitern“, erklärt Dr. Anna Haas, Vorständin
    beim SVDGV, “Die Wirksamkeit der DiGA wird unter hohen Auflagen vom Bundesinstitut für
    Arzneimittel und Medizinprodukte geprüft. Zudem erfüllen DiGA gleichermaßen höchste
    Qualitätsanforderungen und strikte Auflagen an Datenschutz und Datensicherheit.

    Impulse für die Weiterentwicklung der DiGA

    Diese Erfolgsbilanz darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die künftige Entwicklung
    der DiGA von den regulatorischen Rahmenbedingungen abhängt. Daher enthält der dritte DiGA
    Report konkrete Verbesserungsvorschläge für die folgenden Themenbereiche: praxistaugliches
    E-Rezept-Konzept für DiGA, zielführende Umsetzung der anwendungsbegleitenden Erfolgsmessung, patient:innenfreundliche Datensicherheitsanforderungen und harmonisierte Rahmenbedingungen für die Erstattungsfähigkeit digitaler Therapien in Europa.
    „Angesichts des hohen Reformdrucks im deutschen Gesundheitssystem bei einer zugleich stetigen Verknappung finanzieller wie personeller Ressourcen sind DiGA elementar für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesundheitsversorgung. Daher braucht es jetzt zusätzliche Verbesserungen ihrer Rahmenbedingungen“, fordert Henrik Emmert, Vorstand beim SVDGV, „Zum einen muss sich der Zugang zu DiGA für die Patient:innen spürbar vereinfachen – zum Beispiel durch ein praktikables E-Rezept-Konzept. Zum anderen ist es höchste Zeit für den dringend notwendigen Bürokratieabbau, der Erleichterungen für alle Beteiligten bringen würde – sowohl für Patient:innen und Behandler:innen als auch für die Krankenkassen und die DiGA-Hersteller.“
    Die Erfolge der vergangenen fünf Jahre versteht der SVDGV als Auftrag, die weiterhin
    bestehenden Barrieren für die Versorgung mit DiGA abzubauen und somit ihre Weiterentwicklung voranzutreiben. Denn DiGA können einen wichtigen Beitrag leisten, damit alle Menschen in Deutschland auch in Zukunft auf eine funktionierende Gesundheitsversorgung als unabdingbares. Fundament der Daseinsfürsorge vertrauen können. Schließlich geht es darum, das DiGA-Konzept weiterzuentwickeln und als dritten Versorgungssektor fest zu verankern.

    Quelle: Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV)