Drei Jahre nach dem Start von ChatGPT ist die Nutzung von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) so selbstverständlich wie nie zuvor. Fast zwei von drei Bundesbürger:innen (65 Prozent) haben KI bereits ausprobiert oder nutzen sie regelmäßig. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr mit 53 Prozent und 37 Prozent vor zwei Jahren. Besonders ausgeprägt ist die Nutzung bei jungen Menschen: Gut neun von zehn (91 Prozent) der 16- bis 29-Jährigen verwenden KI-Tools. Das ist ein Ergebnis der TÜV-KI-Studie 2025, für die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands 1.005 Personen ab 16 Jahren befragt hat. „Generative KI ist innerhalb weniger Jahre für eine ganze Generation zum festen Bestandteil ihres Alltags geworden“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Laut Umfrage nutzen auch vier von fünf (80 Prozent) der 30- bis 49-Jährigen ChatGPT und Co, unter den 50- bis 64-Jährigen sind es 63 Prozent und in der Generation 65-Plus 35 Prozent. „KI ist für viele Menschen überall und jederzeit ein Werkzeug für die unterschiedlichsten Aufgaben“, sagt Bühler. „Doch die Sicherheitskultur hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Viele erkennen den Unterschied zwischen realen und KI-Inhalten kaum und unterschätzen die Risiken von Deepfakes und Datenlecks. Wir müssen dafür sorgen, dass zur breiten Nutzung auch ein sicherer und aufgeklärter Umgang mit KI gehört.“

ChatGPT führt klar, andere KI-Anwendungen holen auf

Laut den Ergebnissen der Studie nutzt fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) KI täglich oder mehrmals pro Woche, 55 Prozent mehrmals pro Monat oder seltener. Das mit weitem Abstand am häufigsten genutzte KI-Tool ist ChatGPT, das 85 Prozent der KI-Nutzer:innen verwenden. Google Gemini nutzen 33 Prozent und 14 Prozent die KI-Antworten in der Google Suche. Google hatte erst kurz vor der Umfrage damit begonnen, seine Suchergebnisse mit einer „KI-Übersicht“ zu ergänzen. Die Microsoft-Produkte Copilot und Bing Search, die auf ChatGPT basieren, nutzen 26 Prozent und 10 Prozent. Immerhin jede:r fünfte KI-Nutzer:in (20 Prozent) verwendet für Übersetzungen und Schreibarbeiten das deutsche Tool DeepL. 18 Prozent nutzen Meta AI, das in Meta-Anwendungen wie WhatsApp, Instagram und Facebook integriert ist. Noch nicht so weit verbreitet sind Canva AI (8 Prozent), Perplexity (7 Prozent) und Deepseek (4 Prozent). Die europäische KI-Hoffnung Le Chat des französischen Anbieters Mistral nutzen nur 1 Prozent. „Google macht mit seiner KI-Suche gegenüber ChatGPT Boden gut und Microsoft bleibt mit Copilot im Rennen“, sagt Bühler. „Erfreulich aus deutscher Sicht ist, dass sich mit DeepL ein Startup aus Köln in diesem dynamischen Markt behaupten kann.“ Bemerkenswert ist, dass gut jede:r zehnte KI-Anwender:in (11 Prozent) im privaten Bereich bereits einen kostenpflichtigen Account nutzt. Über berufsbezogene Premium-Zugänge verfügen 31 Prozent derjenigen, die KI für berufliche Zwecke nutzen. Diese Zahlungsbereitschaft unterstreicht nicht nur den Mehrwert für die Nutzer:innen, sondern ist auch ein Hinweis auf das ökonomische Potenzial von KI.

Weitere Informationen zur TÜV-KI-Studie und eine Präsentation mit den Studienergebnissen sind abrufbar unter www.tuev-verband.de/pr…nwendungen.