Die zweite Förderphase der Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit (DigiHubs) im Rahmen der Medizininformatik-Initiative (MII) läuft. Die DigiHubs werden mit 50 Mio. Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Nun beginnt eine fünfjährigen Arbeitsphase, in der modellhafte digitale Lösungen aus der Universitätsmedizin in die regionale Versorgung übertragen, skaliert und nachhaltig verankert werden.

„Daten helfen heilen, wenn sie dort wirksam werden, wo Patientinnen und Patienten versorgt werden,“ sagt Sebastian C. Semler, TMF-Geschäftsführer und Leiter des übergreifenden Koordinationsprojektes der DigiHubs. „In der zweiten Förderphase bringen wir erprobte digitale Anwendungen aus den Datenintegrationszentren der Unikliniken in Hausarztpraxen, Kliniken, Reha- und Pflegeeinrichtungen. Unser Fokus liegt auf skalierbaren Workflows, verlässlicher Interoperabilität, Datenschutz und gelebter Zusammenarbeit, damit Innovation zügig in die Routine kommt.“

Arbeitsauftrag für die nächsten fünf Jahre: digitale Anwendungen in die Versorgung bringen

In den nächsten fünf Jahren (2025–2029) werden die DigiHubs erprobte digitale Anwendungen gezielt in die regionale Versorgung überführen und skalieren – von onkologischen Behandlungspfaden bis hin zur Akut- und Notfallversorgung. Gleichzeitig werden regionale Versorgungsdaten unter klaren Datenschutz- und Governance-Vorgaben für Forschung, Qualitätssicherung und Versorgungsplanung nutzbar gemacht. Die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Versorgung und IT-Industrie wird weiter vertieft. Interoperabilität, IT-Sicherheit und ethische Standards werden systematisch ausgebaut. Grundlage dafür ist eine enge Anbindung an die Datenintegrationszentren der Medizininformatik-Initiative sowie die Anschlussfähigkeit an nationale und internationale Datenräume.

Wie die DigiHubs Versorgung verbessern

Ausgangspunkt jedes DigiHubs ist ein Datenintegrationszentrum (DIZ) einer Universitätsklinik. Von dort werden regionale Partner wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Reha- und Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste, Forschungseinrichtungen und Krankenkassen eingebunden. In interprofessionellen Teams werden Daten strukturiert geteilt, qualitätsgesichert verknüpft (Record Linkage) und in klinische Prozesse überführt. Das Ergebnis sind bessere Informationen am Point of Care, schnellere Abläufe und robustere Evidenz für Therapien.

In der ersten Förderperiode haben die DigiHubs die Übertragung klinischer Digitalisierungslösungen aus der Universitätsmedizin in die Fläche vorbereitet, u. a. in der Onkologie, im Pandemiemanagement und in der sektorenübergreifenden Versorgung. Die zweite Phase knüpft daran an und führt die Umsetzung in die Routine weiter.

Quelle: TMF