Healthcare Startup

Kaia Health

Die Motivation zur Gründung von Kaia entstand aus einer sehr persönlichen Erfahrung mit dem Problem „Rückenschmerzen“. Gründer Konstantin Mehl litt während seines Studiums selbst zwei Jahre unter wiederkehrenden Rückenschmerzen. Sämtliche klassische Therapien mit Schmerzmitteln, Massagen und Physiotherapie führten nicht zum erwünschten Ziel der nachhaltigen Schmerzlinderung. Erst mit einer ganzheitlichen („multimodalen“) Schmerztherapie an einem Schmerzzentrum konnte Konstantin seine Schmerzen wieder loswerde. Besonders an dieser Behandlung ist der fachübergreifende Behandlungsansatz: Zägliches physiotherapeutisches Training wird mit Entspannungs- und Verhaltenstherapie kombiniert. Weil die Behandlung am Schmerzzentrum sehr aufwändig und teuer ist sind die Plätze begrenzt und nur wenige Krankenkassen übernehmen die Kosten. Dabei geht es in der multimodalen Therapie primär darum, Hilfe zur Selbsthilfe zur vermitteln. So entstand die Idee, die wissenschaftlich fundierte multimodale Therapie für Rückenschmerzpatienten zu digitalisieren und jedem Rückenschmerzpatienten frühzeitig in einer Medizin-App zugänglich zu machen.

Der wichtigste Schritt zur Umsetzung war die Zusammenkunft eines interdisziplinären Teams mit medizinischem und technischem Sachverstand. Mit Foodora hatten Konstantin Mehl und Manuel Thurner bereits ein erfolgreiches Technologie-Startup gegründet. Mit der Unterstützung von Prof. Thomas R. Tölle vom interdisziplinären Schmerzzentrum des Klinikums rechts der Isar in München wurde das Behandlungskonzept für die App erarbeitet. Wichtig war es besonders festzustellen, welche Aspekte der klassischen multimodalen Therapie sich eins zu eins auf das digitale Medium App projizieren lassen. Die Erfahrung hat zum Beispiel gezeigt, dass die ersten Trainingseinheiten in der App mit möglichst geringem Aufwand zu absolvieren sein müssen, um den Nutzer zu motivieren und langsam mit neuen Gewohnheiten vertraut zu machen.

 Die Kaia App ist als Medizinprodukt gekennzeichnet und steht im Google Play sowie App Store zum Download bereit. In einer Studie hat sich gezeigt, dass Nutzer der Kaia App ihre Schmerzen im Durchschnitt um 40% in nur 20 Trainingstagen senken konnten. Die ersten Kooperationen mit Krankenkassen wurden erfolgreich geschlossen. Im nächsten Schritt geht darum, dass alle Krankenkassen die Kosten für Kaia übernehmen. Außerdem sollen auch die Hausärzte, Orthopäden und Physiotherapeuten von Kaia als Behandlungsmethode überzeugt werden um Rückenschmerzpatienten möglichst flächendeckend mit der ersten digitalen Rückenschmerztherapie zu versorgen.

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