Future X Healthcare im November 2019, München

Das von Roche initiierte Event Format bringt am 14. November zum zweiten Mal wichtige Innovationstreiber im Hotel Andaz München Schwabinger Tor zusammen. Unternehmen, Forscher, Startups und VC diskutieren unter der Schirmherrschaft von Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Digitales. Auch der FXH-Startup-Award wird erneut vergeben.

Eine Preisträgerin aus 2017, die Belgierin Bieke Van Gorp, berichtet uns hier exklusiv über ihre Motivation, sich für den Award zu bewerben:

Mit drei Kollegen gründeten wir 2015 das Digital Health Start-up Qompium, um eine gute Gesundheitsversorgung bezahlbar für jeden ort- und zeitunabhängig zugänglich zu machen. Wir glauben, dass Apps aktuelle Grenzen in der Gesundheitsversorgung überwinden helfen.

Unser erstes Produkt FibriCheck ist eine kostengünstige und intuitiv bedienbare App, die Herzrhythmusstörungen frühzeitig erkennt und so Schlaganfälle vorbeugen kann. Die rein software-basierte Lösung für das frühzeitige Erkennen von Herzrhythmusstörungen wurde in Europa und den USA zugelassen. Da die App auf allen gängigen Smartphones läuft, sind Übertragbarkeit und Benutzerfreundlichkeit hoch, die Hemmschwelle für den Start ist dagegen niedrig.

Unsere Zielgruppe erstreckt sich auf Menschen, die sich Sorgen um ihr Herz machen und unklare Symptome haben, Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, Herzrhythmusstörungen zu entwickeln und Menschen, die nach einer Herz-OP eine Nachsorge benötigen und wünschen. Der Nutzer braucht nur seinen Finger für 60 Sekunden auf die Kamera seines Smartphones zu legen – egal ob zu Hause, in der Arbeit oder unterwegs. Oft sind es auch Angehörige, die sich um Verwandte kümmern. Wenn diese wegen nicht rechtzeitig erkannter Herzrhythmusstörungen einen Schlaganfall erleiden, ist die Motivation hoch, sich dieses Problems anzunehmen und eine Lösung zu entwickeln.

Die Teilnahme am Future X Healthcare Start-up Award 2017 ermöglichte uns eine enge Verbindung zu Roche, ferner sprachen die Networking-Möglichkeiten und Öffentlichkeitswirksamkeit für eine Teilnahme. Im Nachhinein betrachtet war das eine riesige Chance.  Durch den Gewinn des Awards konnten wir am Digital Health Accelerator-Programm im Werk1 in München teilnehmen: Hier lernten wir viel über den deutschen Markt, konnten unser Netzwerk ausbauen und mit erfahrenen Roche-Mentoren zusammenarbeiten, von deren Erfahrung wir stark profitiert haben. Die Kooperation dem Unternehmen hat nicht zuletzt den Ausschlag dafür gegeben, dass wir erfolgreich neue Geschäftsfelder erschließen und international wachsen konnten.

Nach dem Gewinn haben wir uns auf das Vorhofflimmern konzentriert, weil es mit über 100 Millionen Betroffenen die häufigste Herzrhythmuserkrankung ist. Wird es nicht rechtzeitig erkannt, ist es für 20 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich. Heute sind wir in der Lage, verschiedene Herzrhythmusstörungen zu identifizieren und zu unterscheiden. FibriCheck ist in Europa (CE-Klasse IIa) und den USA als Medizinprodukt zertifiziert und seit Mitte 2017 auf dem Markt. 2018 folgte die wichtige Zulassung durch die FDA in den USA. Heute wird die App bereits von mehr als 125.000 Menschen genutzt. Bislang wurden damit bei mehr als 10.000 Menschen Herzrhythmusstörungen (sowohl harmlose als auch gefährliche) festgestellt.

Pläne für die nächsten Jahre und Tipps für andere Startups

Anstatt zusätzliche Algorithmen für andere Bereiche zu entwickeln, sind wir überzeugt, dass wir mehr bewirken können, wenn wir anderen helfen, ihre eigenen Medizinprodukte schneller und kostengünstiger zu bauen. Unser gesamtes Back-End ist medizinisch zertifiziert und besteht aus einzelnen Bausteinen. Andere Startups können daher einfach diejenigen Bausteine lizenzieren, die sie für ihre eigenen medizinischen Anwendungen benötigen. Diese drei Tipps möchte ich künftigen Gründern mitgeben:

  • Macht es einfach. Versucht dabei schnell zu lernen, indem ihr Fehler macht und wieder aufsteht.
  • Speziell für das Gesundheitswesen: Stellt euch darauf ein, dass es langsam vorwärts geht.
  • Bindet eure Stakeholder von Anfang an ein.

 

Quelle Text und Bilder: FXH/Roche

 

 

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