Patrick Pfeffer von aescuvest im Interview: Gründer brauchen Wissensvorsprung und Elan

Portrait Dr. Patrick PfefferMit aescuvest existiert in Deutschland die erste Crowdinvesting-Plattform speziell für den Healthcare-Sektor. Warum es höchste Zeit für ein Portal wie aescuvest war, und wer sich auf der Plattform trifft, erzählt CEO Dr. Patrick Pfeffer (XING-Profil).

Herr Dr. Pfeffer, Crowdinvesting in einem Satz erklärt: Was ist das?

„Die Übersetzung lautet Schwarmfinanzierung und die steht für ganz neue, leichtverständliche Investitionschancen, bei denen sich das Risiko auf viele Groß-, Klein- und Serienanleger dergestalt verteilt, dass man sich via Internetplattform für die Geschäftsidee eines Startup-Unternehmers begeistern lässt, eigenes Kapital einsetzt und später, im Falle eines Markterfolgs, sowohl Beteiligungen an der Firma hält, als auch an den Gewinnen partizipiert.

Bitte ein zweiter, unabdingbarer, Satz: Wer sich auf diesem Wege eine absolut sichere Rücklage für’s Alter schaffen will, der sollte die Finger davon lassen!“

Unterscheidet sich aescuvest von konventionellen Crowdinvesting-Plattformen?

„Wir klappern keine Kleinstbeträge zusammen, um beliebige Ideen und Spaßbeteiligungen zu realisieren, für die der uneigennützige Spender ein freundliches Dankeschön und kostenlose Kinokarten zurückbekommt. Hier geht es darum, Sparern, deren Guthaben auf dem Bankkonto keine Zinsen mehr erbringen, deren Lebensversicherungen keine Boni mehr abwerfen und deren Bausparverträge ganz dreist gekündigt werden, eine neue Alternative zu bieten. Diese Menschen müssen zusehen, wie die entfesselte Geldpolitik der EZB inflationäre Tendenzen schürt und so das bestehende Kapital über kurz oder lang vernichtet wird.

An die komplexen Aktien- und Börsengeschäfte traut sich Ottonormalverbraucher aber nicht heran. Wer sich also auf die Suche nach seriösen Anlagemöglichkeiten macht, der landet bald bei uns. Wir präsentieren nachvollziehbare Konzepte mit echten und ehrgeizigen Unternehmern dahinter. Außerdem gibt es bei aescuvest die sogenannten Hexagonauten. Das sind die sechs Gründer unseres Portals, die sich mit ihrer Expertise jeder eingereichten Idee widmen. Obendrein beurteilen die unabhängigen Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates, ob ein Projekt nachhaltige Chancen besitzt und dauerhafte Tragfähigkeit im Markt erlangen kann. Mit witzigen Modeerscheinungen und geckigen Eintagsfliegen mögen sich gerne andere Plattformen beschäftigen.“

Warum braucht es ein Crowdinvestment-Portal speziell für den Bereich Healthcare?

„Weil sich da bis jetzt keiner rangetraut hat. Hier gelten eigene Regeln, hier stellt der Gesetzgeber hohe Hürden auf, hier übernimmt jeder, der medizintechnischen Fortschritt leisten will eine große Verantwortung. Gleichzeitig sprechen wir bei aescuvest von den ungehobenen Schätzen unseres Erfindungsreichtums. Das weltberühmte Made in Germany ist eine unserer wertvollsten Marken! Wir bieten den Ingenieuren, Ärzten und Gesundheitsaposteln eine perfekt organisierte Matrix, in der sie sich mit ihren Ideen profilieren können und anhand der soliden Leitplanken einen Weg zur erfolgreichen Umsetzung aufgezeigt bekommen. Wir kennen alle juristischen Fallstricke der Ge-sundheitsbranche, wir steuern durch das Dickicht der politischen Lobbyisten und werden bestimmt noch manchem Konzern ein Schnippchen schlagen, nur weil dieser einfach nicht willens war, den eigenen Angestellten und deren Verbesserungsvorschlägen ernsthaft zuzuhören.“

Wie schätzen Sie die Entwicklung im deutschen Healthcare-Sektor ein? In welchen Bereichen ist derzeit die meiste Bewegung?

„Extrem dynamisch. Alle Kennzahlen und die gesamtwirtschaftliche Betrachtung signalisieren einen wahren Boom. In diesem Bereich wird nicht nur viel Geld mit Patienten verdient. Das Gesundheitsbewusstsein verankert sich immer tiefer in der Gesellschaft. Eine sich verändernde Lebensführung lässt sich längst durchgängig konstatieren. Die Überalterung unserer Gesellschaft schreitet voran und neue Unternehmen werden mit innovativen und digtalen Dienstleistungen helfen.

Unser, uns täglich vertrauter, Postbote an der Haustüre kann in der Zukunft ganz sicher andere Dienste übernehmen, statt nur Briefe zu verteilen. Die tragbaren, chipgesteuerten Funktionen wearables sind gegenwärtig der Renner und mit Hilfe der augmented reality werden ungeahnt nützliche Übergänge zwischen echter und virtueller Welt gestaltet. Die visuelle Vernetzung und die begleitende Implementierung von praktischen Funktionen gewinnt immer weiter an Bedeutung.“

Welche Aspekte sind für ein Start up im Healthcare-Sektor Ihrer Meinung nach besonderes wichtig?

„Die wichtigste Voraussetzung erkennen wir in der Vertrautheit mit der Materie. Die Menschen, die sich mit einer Idee selbständig machen wollen, verfügen über einen spezifischen Wissensvorsprung und jede Menge Elan. Der Unternehmer aus dem Mittelstand bringt hochdiffenziertes Know-how mit, hat sehr genaue Vorstellungen vom Projekt und steht mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen. Außerdem bürgen sie mit ihrem guten Namen.

Es zeigt sich, dass Investoren bei Healthcare eine hohe Affinität zum Produkt entwicklen und nicht nur Geld investieren wollen. Sie verfügen über exzellente Verbindungen und können Türen öffnen, die in anderen Bereichen schlicht verschlossen blieben. Starke kommunikative Fähigkeiten spielen in der Vermittlung zu uns und in den weiteren Präsentationsphasen eine herausragende Rolle. Alle Zielsetzungen im Bereich Gesundheit zielen auf einen unmittelbaren Nutzen für andere Menschen. Dieser Vorteil lässt sich ganz plausibel darstellen und motiviert die Beteiligten.“

Was passiert bei aescuvest in den nächsten zwölf Monaten, was in den nächsten fünf Jahren?

„Jetzt startet das Portal mit dem ersten Projekt. Hinter LARAcompanion steckt ein Team von engagierten Gründerinnen, die eine Methode entwickelt haben, wie Frauen, die sich mit Unfruchtbarkeit konfrontiert sehen, doch noch auf ganz natürlichem Wege schwanger werden können. Ein vollkommen durchdachtes Konzept, mit einer echten Problemlösung für eine große und weltweit betroffene Zielgruppe.

Es folgt ein Projekt mit dem renommierten Medical Valley aus Erlangen, die ein starkes Patent mit Unterstützung unserer Investoren zur Marktreife bringen wollen. Ein findiger Unfallchirurg an einem Schweizer Hospital revolutioniert die operationstechnische Versorgung von multiplen Knochen- und Gelenksbrüchen. Das Stichwort der Kampagne lautet SnakeFX. Parallel sichten wir derzeit rund einhundert weitere, teils hochinteressante, Einreichungen. Allein diese Resonanz beweist, dass wir mit unserem Portal zur rechten Zeit am richtigen Ort sind.

In fünf Jahren wollen wir die erste Adresse in diesem Bereich sein und möglichst viele rentable Projekte auf unserer Referenzliste vorweisen können. Das Motto lautet nicht umsonst: Gesundheit lohnt sich. Für jeden von uns.“

Wer sollte sich unbedingt bei Ihnen melden, und zu welchem Zeitpunkt?

„Im Portal treffen sich zwei Welten. Da sind die enthusiastischen Ideengeber auf der einen Seite und die potentiellen Kapitalgeber auf der anderen Seite. Inventoren und Investoren finden durch unsere vollvernetzte Vermittlungsaktivität zueinander. Wer also zum Thema Gesundheit im weitesten Sinne etwas Neues auf die Bahn bringen will, der kann sich durch unsere Fachleute einen ersten Rat einholen und ggf. den Weg bis zur Präsenation und damit zur Einwerbung der erforderlichen Mittel mit uns gehen. Je nachdem, wie weit das Geschäftsmodell um die Idee herum schon gediehen ist, kann dies unser Prüfverfahren beschleunigen oder weitere Vorrunden erforderlich machen. Wir helfen den Bewerbern aber tatkräftig.

Wer sich bei der Frage der Vermögensbildung, im Zeichen sich ständig verschlechternder Umfeldbedingungen auf dem Finanzsektor herumschlägt und stattdessen den Mumm hat, in neue Technologien und Dienste zu investieren, der wird von uns und unseren Startup-Unternehmen mit Sicherheit nicht enttäuscht. Wer einen guten Riecher hat, der profitiert natürlich von den ersten Finanzierungsrunden einer Kampagne deutlich mehr, als wenn man diese strategisch wichtige Phase jedesmal verpasst und sich dann wundert, das andere wieder mal schneller und cleverer waren. Im Begriff Armut steckt angeblich die selbsterklärende Bedeutung: arm an Mut. Deshalb lohnt es sich, auf Basis der umfänglichen Informationen, die wir zu den Projekten liefern, ausgewählte Entscheidungen zu fällen!“

Vielen Dank für Ihre Antworten!


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Johannes Bittner

Johannes Bittner

Johannes ist Arzt und Sozialunternehmer. Durch die Gründung der Übersetzungsplattform für medizinische Befunde washabich.de hat er seine Liebe für Healthcare Startups entdeckt. Seine Vision ist die effiziente Fusion von konventionellem Gesundheitswesen und Digital Health.

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