Niels Hapke von Kenhub im Interview: Anatomie lernen wie die eigene Muttersprache

Portrait Niels Hapke

Das Team von Kenhub arbeitet seit 2012 daran, dass das mühsame Erlernen der menschlichen Anatomie für Mediziner kinderleicht wird. Geschäftsführer Niels Hapke (XING) erklärt in unserem Interview, dass der Markt für ihr Produkt gar nicht so klein ist – vor allem, wenn man über Deutschlands Grenzen hinausblickt.

Niels, wenn ein Medizinstudent dich fragt, warum er Kenhub nutzen soll – was würdest du ihm in einem Satz antworten?

Kenhub lässt dich die menschliche Anatomie fast genau so wie damals deine Muttersprache lernen: spielerisch und fast von alleine mit Hilfe von interaktiven Trainings, welche sich deinem Wissensstand anpassen, Videos, und einprägsamen Bildmaterial.“

Kenhub Screenshots

Ihr habt euch mit eurem Produkt einen verhältnismäßig kleinen Markt ausgesucht. Welche Herausforderungen hattet und habt ihr zu bewältigen?

„Weltweit gibt es knapp 40 Millionen Studenten und Berufstätige im Gesundheitssektor. Die menschliche Anatomie bildet hier die Basis für fast alle Ausbildungszweige. Das ist zwar kein Massenmarkt, aber von einem ‚kleinen Markt‘ würde ich nicht sprechen. Unsere Herausforderung liegt vor allen Dingen darin, potentielle Kunden zu erreichen und zu überzeugen. Denn einmal überzeugte Kunden sind von Kenhub begeistert und empfehlen es von sich aus weiter.“

Euer Angebot ist auch englischsprachig verfügbar – ihr seid also auch schon international unterwegs?

„Richtig, Kenhub ist in Englisch & Deutsch und mit englischer & lateinischer Terminologie verfügbar. Damit erreichen wir alle englisch- und deutschsprachigen Länder und haben so Kunden auf der ganzen Welt – nur Nordkorea und ein paar afrikanische Staaten fehlen uns noch auf der Landkarte.“

Habt ihr für Kenhub einen Businessplan geschrieben? Warum (nicht)?

„Ja, gezwungenermaßen damals für das EXIST Gründerstipendium. Und das sogar zwei Mal, da der erste Antrag abgelehnt wurde mit den Worten ‚E-Learning hat keine Zukunft‘. Ich finde, dass ein Businessplan keine realistische Einschätzung einer Geschäftsidee liefern kann. Dafür gibt es zu viele unbekannte Variablen und zu wenig Planungssicherheit. Von einem vertraulichen Gespräch mit den potentiellen Gründern haben beide Seiten mehr.“

Was passiert mit Kenhub in den nächsten zwölf Monaten, was in den nächsten fünf Jahren?

„In den kommenden Monaten werden wir unsere Inhalte weiter ausbauen und noch mehr Studierende begeistern. Es sind Funktionen zum individuelleren Selektieren von Trainingsinhalten, ein überarbeiteter Trainer und native Apps für iPhone und Android geplant. Konkrete Planungen für die nächsten fünf Jahre haben wir noch nicht, wir werden aber sicherlich Themen im Bereich der medizinischen Ausbildung, z. B. Histologie oder Physiologie angehen.“

Was ist eure nächste große Challenge? Und wer könnte euch dabei helfen, sie zu bewältigen?

„Wir würden gerne Bilder von Präparaten in unseren Trainer integrieren, so dass Kenhub auch perfekt auf den Präparierkurs vorbereitet. Dafür fehlt uns aber gutes Bildmaterial. Jeder, der also ein paar davon im Keller liegen hat, kann uns also helfen Kenhub ein Stückchen besser zu machen!“

Vielen Dank für deine Antworten!

Was ist deine Meinung zu Niels’ Startup? Wo siehst du Chancen und Schwierigkeiten für Kenhub? Wir freuen uns auf deine Kommentare!


Schau dir Kenhub genauer an: www.kenhub.com | Facebook | Twitter | Google+

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Johannes Bittner

Johannes Bittner

Johannes ist Arzt und Sozialunternehmer. Durch die Gründung der Übersetzungsplattform für medizinische Befunde washabich.de hat er seine Liebe für Healthcare Startups entdeckt. Seine Vision ist die effiziente Fusion von konventionellem Gesundheitswesen und Digital Health.

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