Life-Science-Startups : Auf das richtige Accelerator-Programm kommt es an

Forscher müssen bei der Suche nach Kapitalgebern oft zwischen Investitionen und Mentoring abwägen. Die Teilnahme an dem richtigen Accelerator-Programm kann den Zugang zu beidem ermöglichen und somit maßgeblich zum Erfolg beitragen.

Der globale Life-Science-Sektor wird bis zum Jahr 2020 auf einen Wert von $ 447,5 Milliarden anwachsen (Quelle: EP Vantage Daten). Life-Science-Startups, die noch am Anfang stehen, sind weitgehend von Mitteln abgeschnitten, die sich vorwiegend aus groß angelegten Fusionen und Übernahmen ergeben. So wird das Panorama europäischer Startups durch eine Widersprüchlickeit getrübt: Unternehmen erhalten in der Regel erst eine Finanzierung, wenn sie eine gewisse Reife erlangt haben. Ohne signifikante Finanzierung sind sie jedoch nicht in der Lage, diese Reife zu erlangen. Um dieses Problem zu lösen, gehen viele Unternehmen zu früh an die Börse und riskieren die Unterbewertung ihres Geschäfts.

Geschäftserfahrungen sind entscheidend

Allein in Großbritannien machen  Ableger von Universitäten 34% der neuen Life-Science-Startups aus (Life Science Netzwerk, Life Science Startups In Großbritannien, 27. Dezember 2016). Solche Startups in den Life Sciences werden oft von visionären Akademikern erdacht und aufgebaut, die sich selbst als unerfahren in Bezug auf den Aufbau eines Unternehmens beschreiben. Sie haben keine Erfahrung darin, wie man Businesspläne verfasst, Wertschöpfungsketten aufbaut oder mit Partnern, Steuer- und Personalfragen umgeht. Dennoch müssen alle diese wichtigen Geschäftsaktivitäten ausgearbeitet und berücksichtigt werden, wenn junge Unternehmen Investoren beeindrucken und Finanzierung sichern wollen. Ein aktueller Bericht von MindMetre Research bestätigt, dass ein Mangel an Schlüsselkompetenzen oftmals eine Ablehnung bedeutet (MindMetre Research, Mind the (skills) Gap, Juni 2015).

Dieses Umfeld, in dem anspruchsvolle, oft akademische Startups um Finanzierung kämpfen, stellt ein Dilemma für innovative Pioniere dar. Ihnen wird der Zugang zu Finanzierungen verweigert, weil sie keine Geschäftserfahrung haben – nur Firmen, die bereits Mittel erhalten haben, können auf mehr Kapital zugreifen. Ein solches Umfeld schadet dem gesamten Life-Science-Sektor, da es Innovationen unterdrückt, die unternehmerische Initiative entmutigt und letztlich wichtige Entwicklungen verhindert, die die Patientengesundheit verbessern könnten.

Mit der richtigen Förderung zum Erfolg

Life Science Startups in der Frühphase sollten daher darüber nachdenken, welche Art von Unterstützung verschiedene Investoren anbieten. Der Zugang zu Mentoren und Beratern sollte nicht unterschätzt werden, da sie die praktische Seite der Unternehmensgründung vermitteln. Während der Zugang zu Finanzmitteln die Motivation für die Teilnahme an einem Accelerator-Programm ist, haben nicht alle Programme eine strukturierte Beratung für die Erschließung aller Wachstumschancen zu bieten.

Man sollte zudem das regulatorische und unternehmerische Umfeld  des Landes berücksichtigen, in dem das Förderprogramm stattfindet: Werden steuerliche Anreize oder Kredite für F&E angeboten? Wie zugänglich sind Bankkredite? Ist der Gründungsprozess nahtlos und einfach? Italien hat zum Beispiel vor Kurzem ein bahnbrechendes „italienisches Start-up-Gesetz“ verabschiedet, sodass das Land in 2016 auf Platz 2 des europäischen „Startup Nation Scoreboard“ landete.

Fazit

Laut Erhebungen scheitern  90% aller Startups innerhalb des ersten Jahres (Forbes, 90% der Startups Fail: Hier ist, was Sie wissen müssen über die 10%). Der Erfolg der Mittelbeschaffung hängt auch von der Fähigkeit ab, eine Vision mit dem richtigen Netzwerk zu verknüpfen. Die richtigen Leute zur richtigen Zeit zu treffen, ist keine leichte Aufgabe und viele Unternehmen überleben dieses wichtige Stadium nicht. Mit dem richtigen Accelerator-Programm können die Fallstricke der Anfangsphase vermieden und wichtige Geschäftskontakte geknüpft werden. Der Beitritt zu einem beratendem Accelerator-Programm kann somit auch für den Aufbau des Unternehmenswerts entscheidend sein.

Meinungsbeitrag von Giovanni Rizzo, PhD MBA, Leiter der Innovationsabteilung, Z-Cube Srl

 

 

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