„Innovative Medizin.NRW“ begeistert mit Ideen für die Medizin von Morgen

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Panel „Start-Up-Place NRW“ (vl): Jörg Diehl, Aescuvest, Alexander Müller, Earlybird, Dr. Caroline Fichtner, High-Tech Gründerfonds Bonn, Dr. Ute Günther, Business Angels Netzwerk Deutschland e.V.

Der Cluster Innovative Medizin.NRW unterstützt mit Verbünden, Industrie und Kunden richtungsweisende Projekte in Nordrhein-Westfalen. Am 18. Januar brachte die Einrichtung dieses Bundeslandes Startups, Investoren und zahlreiche Akteure aus dem Gesundheitswesen im Life Science Center Düsseldorf zusammen, um Trends und neue Geschäftsideen für die Medizin von morgen zu erfahren und zu diskutieren.

Clustermanager Dr. Oliver Lehmkühler betonte, erfolgversprechende innovative Medizin sei patientenorientiert, personalisiert, marktorientiert und Technologie-gestützt. Er freute sich über die große Resonanz der vierten Auflage des MedTecVentures mit einer breiten Palette an Medizintechnik-Ideen. So erhalten junge Unternehmen – nicht nur aus dem Ruhrgebiet – Unterstützung auf der Suche nach Investoren und Partnern und Kompetenz für ihre Weiterentwicklung.

Dr. Ute Günther, Business Angels Netzwerk Deutschland e.V., versicherte, NRW als „Start-up-Place“ mit gutem Innovationsklima habe viele Business-Angels-Netzwerke, und die Rahmenbedingungen für Investoren seien trotz diverser Regularien gerade in diesem Jahr sehr gut. Leider sei in den USA circa sieben Mal mehr Geld verfügbar als in Deutschland, erklärte Alexander Müller von Earlybird Venture Capital. So hielten sich Crowd-Investoren aus Verständnisgründen bezüglich der Investitionen in Medizintechnik zurück – dies bestätigte Jörg Diehl von Aescuvest, einem Investor, der aus diesem Grund zahlreiche Mediziner und Gesundheitsfachleute beschäftigt. Dr. Caroline Fichtner, High-Tech Gründerfonds Bonn, versicherte, für Gründer sei es zielführend, das technologische und betriebswirtschaftliche Know-how der Finanzierungspartner zu nutzen.

 

Elf spannende Start-Ups stellten dem Publikum ihre Ideen vor:

Philipp Schröder, Columbus Health Products, verdeutlichte die Vorteile in der sportmedizinischen Behandlung mit einer neuen mikroinvasiven Therapie über elektrische Felder.

Fabian Oertel, Jommi, motivierte mit der Software „DiabetesCoach“ Diabetiker zum selbstbestimmten Managen von Ernährungsverhalten, Sport und Medikamentenplan.

Thomas Link, Varomo, entwickelt Basis-Roboter-Module wie einen mobilen Robotertisch, der Gegenstände für Menschen mit Einschränkungen transportiert.

Jens Kirsch, terraplasma medical, zeigte, wie mobile, akkubetriebene Wundheilung mit kaltem Plasma funktioniert – mit effektiver Wirkung auch gegen multiresistente Keime.

Florian Coppers, Medical Magnesium, referierte über orthopädische Implantate aus Magnesium, die sich in Knochenmaterial umwandeln und so eine Zweit-OP und Kosten ersparen.

Naim Khader, German Medical Reference, vertreibt Software für die virtuelle Anatomiedarstellung des Menschen: Apps, Desktop-Anwendung und eine Suchmaschine – mit 3D-Technik.

Katrin Reuter, Trackle, konzeptioniert einen batteriefreien, hochpräzisen Temperatursensor zur Erfassung der Körperkerntemperatur, um Kinderwunsch oder Verhütung zu steuern.

Gernot Sümmermann, Cynteract, zeigte einen Handschuh für die Rehabilitation, der Bewegungen erfasst und steuert – ein zugehöriges Headset motiviert mit virtuellen Spielen zum Üben.

Katrin Elges, Kluba Medical, entwickelte und vertreibt einen größenverstellbaren Babykopfschutz zur Vermeidung und Linderung des Schiefschädels (Plagiozephalie) – einer sehr häufigen Fehlbildung.

Thomas Prokop, Medipee, hält einen Prototyp zur automatisierten Urinüberwachung in der Toilette bereit, über Kapseln lassen sich verschiedene Analysen durchführen.

Christoph Seidenstücker, RelaxBogen, nutzte seine Apparatur zur Therapie von Bruxismus und Kieferdysfunktionen durch leichte Druckmassage während seines Vortrags selbst und verdeutlichte so die einfache Anwendung.

Die spannenden Ideen machten es dem Publikum nicht leicht, einen Sieger zu ermitteln. Doch am Ende des Tages gab es auch einen Gewinner: Medipee mit dem „Urinüberwachungsgerät in der heimischen Toilette“ erhielt den mit 500 Euro dotierten Publikumspreis.

Beim anschließenden Networking ergaben sich die ersten Partnerschaften, und zufrieden starteten die Teilnehmer des MedTechVentures in ein erfolgreiches Jahr 2017 – das auch im Hinblick auf Gesetzgebung und Digitalisierung  in der Medizintechnik- und Gesundheitsbranche wohl noch einige positive Überraschungen bereithält.

Mirjam Bauer

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