Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft endlich beschleunigen

Die Geschwindigkeit der Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft lässt zu wünschen übrig, so die Aussage Resümee der Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries. Diese Erkenntnis hat das BMWi zur Formulierung von neun Eckpunkten bewogen, die dazu beitragen sollen, das Tempo in diesem wichtigen Wirtschaftsbereich zu erhöhen.

„Wir sind erfreut darüber, dass dieses Thema von der Bundespolitik aufgegriffen wird – endlich, muss man sagen“, erklärte der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings. Weitere Informationen in dieser Pressemitteilung.

Eine Befragung zur „Digitalisierung der Medizin“ unter 1.346 Ärzten (Studie über jameda) zeigte auf, dass die meisten Ärzte offen für den Ausbau der Digitalisierung sind und ein Großteil eine eigene Praxis-Website mit Möglichkeiten des Online-Praxismarketings nutzt. So führen Erfahrung und Auseinandersetzung mit digitalen Angeboten zu einer positiven Einschätzung.

Eine umfassende Unterstützung von Gesundheits-Startups ist ebenso gefordert. Wie zwei Startups das Eckpunktepapier einschätzen, erfahren Sie aus den nachfolgenden Statements der Videosprechstunden-App Minxli und der Arztterminplattform Doctolib:

Digitalisierung im Gesundheitswesen – Vorteile und Hindernisse

„Wir freuen uns sehr, dass Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries die Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft thematisiert und die Diskussion darüber anstößt. Startups sind oft eingeengt von Regularien und langwierigen Prozessen – hier sollte unserer Meinung nach vieles schneller und einfacher gehen. Wir hatten Glück, dass unser Geschäftsmodell bereits im Heimatmarkt Frankreich auf den Prüfstand gestellt wurde und wir mit einem großen Erfahrungsschatz auf den deutschen Markt gekommen sind. Aber gerade der Föderalismus und die rechtlichen Unterschiede in den Bundesländern verkomplizieren die Lage in Deutschland ziemlich“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Simon Krüger von Doctolib.

Das Startup digitalisiert die Terminvergabe und ermöglicht Patienten, ihren Arzttermin einfach und schnell online zu buchen. Simon Krüger ergänzt: „Wir würden uns wünschen, dass Startups von der Politik umfassender unterstützt werden, insbesondere wenn sie sich international aufstellen möchten. Dazu zählen einheitliche Standards auf bundesweiter und europäischer Ebene, wie sie die Wirtschaftsministerin aktuell beim Datenschutz fordert“.

Telemedizinische Anwendungen erleichtern

Im Eckpunktepapier werden „Erleichterungen für telemedizinische Anwendungen“ gefordert – zu Recht, so Jennifer Kelly, Gründerin von Minxli. Denn der medizinische Versorgungsbedarf steigt laut einer Statistik der Bundesärztekammer überproportional zur Zahl der Ärzte. Dies hat zur Folge, dass der Druck und die Arbeitsbelastung bei Ärzten zunehmen. Eine Lösung bringt die Telemedizin: Die Videosprechstunde via App ermöglicht Ärzten mehr Flexibilität und eine bessere Versorgung ihrer Patienten. „Videosprechstunden sind smarte und innovative Lösungen“, so Kelly. Das Technologieunternehmen bringt Patienten, zertifizierte Ärzte und Gesundheitsexperten in einer App zusammen. „Um den Bedürfnissen im Gesundheitsbereich gerecht zu werden, muss das bestehende Gesundheitsangebot um ein virtuelles ergänzt werden. Videosprechstunden setzen dort an, wo das bisherige System Lücken aufzeigt und bringen Effizienz, Flexibilität und Komfort für Ärzte und Patienten“, ergänzt Kelly.

 

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Startup-Night! Gesundheitswirtschaft

Auf der Startup-Night der Gesundheitswirtschaft Ende Mai im Wirtschaftsministerium in Berlin erklärte Zypries ferner, dass Apple und Google vermehrt auf das Thema Gesundheit setzten – deshalb müsse Deutschland dies ebenso tun. So kamen rund 250 Etablierte und Startups zusammen, um die Überwindung von Barrieren wie Innovationshürden, Selbstverwaltung und Datenschutz zu diskutieren. Auch Vertreter der Acceleratoren und Kassen waren vor Ort – zudem bot sich den Startups die Gelegenheit, Botschaften an den Digital-Gipfel zu präsentieren.

Wir sind gespannt, wie die Digitalisierung künftig vorankommen wird!

Teilnehmende Startups der Gesundheitswirtschafts-Nacht waren:

Apoly Gmbh, Careship, Selfapy, m.Doc Gmbh, Breazy UG, Personal MEdSystems Gmbh, Implandata Ophthalmic Products Gmbh, Senmotion, Kaia Health Software Gmbh, Retro Brain, M-Sense und HygNova Medical.

 

 

 

 

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